Urlaubsreise Iran 2009

Schon seit vielen Jahren war es von uns ein besonderer Wunsch, einmal in die Islamische Republik Iran zu reisen.
Immer wieder haben wir diesen Wunsch - vielleicht aus Vorsicht oder gar aus Angst - verschoben.
Jetzt war es dann endlich soweit.
Vom 17. 10. bis zum 26. 10. 2009 nahmen wir mit der Gebeco - Reisegesellschaft und einer Gruppe von insgesamt
26 Menschen an einer Rundreise durch dieses wunderbare, geschichtsträchtige und vielschichtig interessante Land teil.
Mein ehemaliger Doktorand und heutiger Professor an der Amirkabir University of Technology Teheran,
Herr Prof. Dr. Abbas Afrazeh, half uns bei der Vorbereitung dieser Reise und war insbesondere am 25. und 26. 10. 2009
( die Rundreise war am 24. 10. 2009 offiziell beendet, wir verlängerten 2 Tage privat ) für uns ein sehr aufmerksamer,
hilfsbereiter und kenntnisreicher Gastgeber. Dadurch lernten wir vor allem Teheran besser kennen, als es von der
Reisegesellschaft her möglich war.
Dafür auch an dieser Stelle ein "Herzliches Dankeschön" an Abbas.

Die Reise verlief über nachfolgend genannte Stationen:

Teheran - Shiraz ( mit dem Flugzeug ) - Persepolis - Yazd - Nain - Isfahan - Qom - Teheran.

Mit den folgenden Karten kann dieser Reiseverlauf gut nachvollzogen werden:


Wer sich etwas genauer über Persien bzw. den Iran "einlesen" möchte, der klickt nur die folgenden Links an:

Informationen über Persien / Iran

Islamische Republik Iran

Die nachfolgenden Fotos zeigen ein paar ausgewählte Impressionen aus der Hauptstadt der
Islamischen Republik Iran,
Teheran:

Teheran liegt in der gleichnamigen Provinz im Norden des Landes. Die Stadt wird von zwei Flüssen mit Wasser versorgt - der Karadj im Westen
der Teheran - Ebene und der Djadjrud der östlich an Teheran vorbeifliesst. Hier wurden in den letzten Jahrzehnten mehrere Staudämme errichtet.
In eine Vielzahl von offenen Kanälen, die an fast allen Strassen und Alleen verlaufen, wird ständig frisches Wasser aus den Bergen geleitet.
So stammt auch das Trinkwasser in den Leitungen direkt aus Gebirgsquellen und ist deshalb auch unabgekocht trinkbar und durchaus schmackhaft.
Teheran hat inzwischen weit mehr als 12 Millionen Einwohner. Da diese Stadt die meisten und besten Erwerbsmöglichkeiten hat, siedeln sich immer
mehr Menschen aus dem gesamten Land hier an. Es gibt Schätzungen, die jetzt schon von 13 bis 15 Millionen Menschen in Teheran schreiben.
Dabei blieb die negative Entwicklung nicht aus, dass fast das gesamte Jahr über dichter Smog über Teheran liegt, der häufig auch den
sonst wunderschönen Blick auf das Gebirge ( besonders in Richting Nord - Teheran ) verhängt.







Im Nationalen Juwelenmuseum in Teheran ist die bedeutendste Juwelensammlung der Welt im Tiefgeschoß der
Iranischen Zentralbank untergebracht. Weder ihr historischer noch ihr materieller Wert ( monetär ) konnte bisher auch
nur annähernd geschätzt werden. Den eigentlichen Grundstock der Sammlung bilden die Kronjuwelen der Safawiden,
die sie während ihrer zweieinhalb Jahrhunderte andauernden Herrschaft zusammentrugen.
Das berühmteste Juwel der Sammlung ist der 2,5 cm lange und 2 cm breite Darya-i-Nur-Diamant ( Meer des Lichtes ) ,
der mit seinen182 Karat als der größte aus einem Stück geschliffene Diamant der Welt gilt.
Als Besucher dieses Juwelenmuseums ist man natürlich beeindruckt und von der hohen Fertigungskunst begeistert.
Eine gewisse Bedrückung lässt sich aber beim Anblick dieses konzentrierten Reichtums nicht vermeiden,
wenn man daran denkt, wieviel vergossenes menschliche Blut damit im Zusammenhang steht und noch heute
mehr als hundert Kinder je Tag in Afrika an Hunger sterben.
Von fachlichem Interesse war u. a. dabei die Tatsache, dass die Farbe des Darya-i-Nur-Diamanten sehr unterschiedlich beschrieben wird.
Von rosarot bis pink reichen da die Annahmen. Wir standen direkt vor der Vitrine und sahen einen völlig farblosen, durchsichtigen Diamanten.
Das kann aber auch an den Lichtverhältnissen gelegen haben.
Die hohen Sicherheitsbestimmungen erlaubten kein Fotografieren. Aber dank eines ausgezeichneten Prospektes
von "Katibeh Graphic" kann ich hier helfen, weil kein Hinweis dafür gegeben wurde, dass eine Kopie
nicht erlaubt bzw. unerwünscht sei.



Man kann natürlich nicht in Teheran gewesen sein und hätte den Shahpalast nicht gesehen.
Die so genannte Pahlavi - Dynastie ( 1924 - 1979 ) bemühte sich insbesondere durch den damaligen Shah Mohammad Reza Pahlavi
um eine Säkularisierung des Staates nach dem Vorbild des damaligen türkischen Staatspräsidenten Kemal Atatürk,
wobei er gleichzeitig eine sofortige und radikale Anpassung an westliche Normen per Gesetz durchsetzte.
Er erklärte das Tragen europäischer Kleidung in der Öffentlichkeit zur Pflicht und verbot traditionelle Gewandung,
wie den Chador für Frauen oder Turban und Kaftan für Männer und Geistliche. Das war ein Weg, mit dem der Reza Shah
hoffte, den Einfluss der Religion und damit die Vormachtstellung der Geistlichen in der persischen Gesellschaft zu zerschlagen.
Zur Förderung der nationalen Wirtschaft wies er zunehmend viele britische und russische Berater und Industrielle
aus dem Lande und ersetzte sie durch deutsche Ingenieure, Techniker und Wirtschaftsexperten.
Die Ölförderung wurde allerdings weiterhin von den Briten dominiert.
Der Einfluss der Deutschen stieg aber so stark an, dass Reza Shah im Jahre 1935 sogar den Staatsnamen
Persien in Iran änderte. Shah Mohammad Reza Pahlavi regierte das Land 38 Jahre lang.
Als er im Jahr 1976 den islamischen Sonnenkalender abschaffte und ihn durch eine neue Zeitrechnung ersetzte, die vom
Krönungsjahr Kyros des Großen ausging, zerbrach die letzte Verbindung zwischen ihm und
der gläubigen muslimischen Bevölkerung.
Am 31. 03. 1979 wurde mit dem Sturz der Pahlavi - Dynastie die konstitutionelle Erbmonarchie abgeschafft und am
01. 04. 1979 die Islamische Republik Iran durch ein Volksreferendum offiziell proklamiert.

Die folgenden Fotos zeigen Eindrücke vom Shahpalast des Jahres 2009:






Im Museum für zeitgenössische Kunst in Teheran sahen wir uns eine sehr interessante Ausstellung an, bei der u. a. das Thema Umweltschutz
sehr im Vordergrund stand und international bekannte Künstler ( auch aus dem deutschsprachigen Raum ) ihre Exponate ausstellten.
Nachfolgend dazu ein paar ausgewählte Fotos:


Wenn man von Teheran - Mitte nach Teheran - Nord mit dem Auto ( etwa 15 Km ) fährt, dann kann man Impressionen
nachfolgender Bilder sehen. Von besonderem Interesse sind dabei die wunderschönen Bauten
( Restaurants und Cafes ), die sich im Norden unmittelbar in das Gebirge einschmiegen:






Eine besonders emotionale Begegnung fand an der Amirkabir University of Technology Teheran statt.
Ich traf dort meinen ehemaligen Doktoranden, den ich im Jahr 2001 in Deutschland zum Dr.- Ing. promoviert habe und der inzwischen selbst
als Professor an dieser Universität tätig ist. Prof. Dr. Abbas Afrazeh zeigte uns in sehr umfassender Weise die Universität und
demonstrierte u. a. in beeindruckender Art, wie mit modernster Technik virtuelle Vorlesungen und Seminare durchgeführt werden können.
Außerdem erhielt ich im Rahmen einer Sitzung des Fakultätsrates von "Industrial Engineering Department" für
meine langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit mit dieser Universität eine bemerkenswerte Ehrenurkunde.
Dazu eine Präsentvase der TU und eine Statue des ersten Premierministers Mirza Taqi Khan Farahani, genannt Amir Kabir,
der als einer der fähigsten iranischen Politiker des 19. Jahrhunderts gilt.
Er ließ 1851 nach dem Vorbild europäischer Hochschulen die erste Technische Universität in Teheran errichten.

Urkunde

Die nachfolgenden Fotos zeigen von dieser Begegnung ausgewählte Eindrücke:





Ein besonderer Höhepunkt unserer Reise bestand in dem Besuch der Stadt Shiraz und dem Ausflug in die
alte Königsstadt Persepolis, eine der faszinierendsten Ruinenstätte der Welt.
Diese alte Perserhauptstadt hat eine Geschichte von mehr als 2. 500 Jahren. Davon künden u. a. die berühmten
Basreliefs an den Treppenaufgängen zur Apadana und die Paläste von Darius und Xerxes .
In Naqsh-e-Rostam sahen wir die Felsengräber der Achämeniden, das zoroastrische Feuerheiligtum und die sassanidischen Felsreliefs.
In Shiraz besichtigten wir u. a. die Mausoleen der Dichter Hafiz und Saadi. Natürlich hatten wir auch noch Zeit für einen Spaziergang
durch den sehr schönen Eram - Garten und selbstverständlich mussten wir den Basar sehen.

Die nachfolgenden Fotos zeigen dazu ausgewählte Eindrücke:









Ein weiterer Höhepunkt unserer Reise waren die Fahrt und der Aufenthalt nach / in Yazad ( Yazd ).
Unterwegs besichtigten wir die achämenidische Königsresidenz Pasargadae , mit dem Grab von Kyros des Großen.
Pasargadae wurde im Jahr 550 v. Chr. an der Stätte des Sieges über den Mederkönig Astyages errichtet,
verlor aber wieder seine Bedeutung, als Darius seine Residenz nach Persepolis verlegte.
Yazd gilt im Iran als das Zentrum der Zarathustra - Anhänger.
Zahlreiche Türme des Schweigens und Feuertempel zeugen von der Anwesenheit der
seit rund 1. 300 Jahren hier ansässigen Zoroastrier. Seit 1970 dürfen die Zoroastrier aus hygienischen Gründen
ihre Leichen nicht mehr nach traditionellem Brauch auf den Türmen des Schweigens aussetzen, damit die Geier
das Fleisch von den Knochen der Toten nagen können. Daher sind die beiden Dakhmehs, wie die Türme in Yazd genannt
werden, nicht mehr in Benutzung. Das gilt auch für die Gebäude zu ihren Füßen, in denen die Toten für
die Zeremonien hergerichtet und die sauberen Knochen danach mit Wachs behandelt wurden, bevor man sie in kleinen
Felshöhlen ( studan ) beisetzte.

Durch einen Zwischenaufenthalt sahen wir noch die sehr interessante Freitagsmoschee,
die aus dem 10. Jahrhundert stammt, und eine 4. 500 Jahre alte Zypresse.

Die nachfolgenden Fotos zeigen dazu ausgewählte Eindrücke:








Die Fahrt und der Aufenthalt nach / in Isfahan ( pers.: Esfahan ) war der eigentliche Höhepunkt der gesamten Reise.
Die Provinzstadt Isfahan, die auf einer Höhe von 1575 m über dem Meeresspiegel in dem fruchtbaren Tal
des in den Bakhtiari - Bergen entspringenden Zayandehrud liegt und rundum von Gebirgszügen eingefaßt ist,
gilt sowohl in historischer als auch kultureller Beziehung als bedeutende Großstadt mit mehr als 2 Millionen Einwohnern.
Überwältigend der Anblick des Imam - Platzes ( 150 m Breite und 500 m Länge ), dem der große Baumeister
Shah Abbas I. sein heutiges Aussehen verlieh.
Diesen Platz säumen der safawidische Palast Ali - Qapu ( Dynastie der Safawiden: 1501 - 1722 ), die vollständig mit
türkisfarbenen Fayencen verzierte Imam - Moschee und die Lotfollah - Moschee.
Doppelstöckige Arkaden, in denen zu ebener Erde Geschäftsläden untergebracht sind, rahmen den gesamten Platz.
Der Ali Qapu - Torpalast ( Hohe Pforte ) bildete den repräsentativen Zugang zum Palastgelände.
Der 26,5 m hohe Eingangsiwan zur Moschee, der von zwei Minaretten flankiert wird und sich in der Mitte der südöstlichen
Schmalseite des Imam - Platzes öffnet, fügt sich harmonisch in das Gesamtkonzept des Platzes ein.
Ein besonderes Interesse verdient in Isfahan auch die Vank Kirche ( Kelisa-e Vank ). Sie stellt eine in der frühen
Safamiden - Periode und im persisch - armenischen Stil konstruierte Kathedrale dar, die als die am meisten
besuchte Kirche in Isfahan gilt. Ihr Inneres besticht durch sehr schöne Ikonen und wundervolle Fresken,
welche die Geschichte des Alten und Neuen Testamentes darstellen. "Vank" ist übrigens das armenische Wort
für Kathedrale. Etwa 50.000 Armenier kamen unter Shah Abbas im Jahre 1605 nach Persien.
Seither gibt es in Isfahan eine kleine armenische Gemeinde.

Wer mehr über Isfahan wissen möchte, der klickt einfach nur den folgenden Link an:

Isfahan

Die nachfolgenden Fotos zeigen ausgewählte Impressionen:







Eine besondere Sehenswürdigkeit von Isfahan ist auch mit der Allah Verdi Khan - Brücke zu nennen.
Wegen ihrer 33 Bögen wird sie auch Si - o - se Pol genannt. Sie verbindet die nördliche mit der südlichen Chaher - Bagh - Straße.
Allah Verdi Khan war der oberste Befehlshaber des Shahs Abbas I., der die Brücke im Jahr 1602 erbauen ließ. Sie ist 300 m lang und
14 m breit und heute nur noch für Fußgänger begehbar. Die Außenseite der Mauer öffnet sich in tiefen, iwanartigen Nischen,
die stellenweise untereinander mit Durchgängen verbunden sind, auf den Fluß Zayanderud.
Dieser Fluß führte noch bis vor wenigen Jahren einen Wasserstand von mehr als 1, 5 m Höhe. Heute ist er total ausgetrocknet und
läßt sich von Fußgängern überqueren. Wegen ihres sehr schönen Baustils ( in der Nacht herrlich angeleuchtet ) ist sie wegen
ihrer Romantik ein Anziehungspunkt vor allem junger Menschen sowohl in den unteren Durchgängen als auch an den Ufern.
Die nachfolgenden Fotos zeigen davon Ausschnitte:



Während unserer Rückfahrt von Isfahan nach Teheran besuchten wir den alten schiitischen Wallfahrtsort Qom.
Qom liegt etwa 140 Km südlich von Teheran. Er ist mittlerweile Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und gilt als Großstadt.
Da sich hier bedeutende schiitische Heiligtümer befinden, wurde Qom nach Mashad zum wichtigsten Pilgerort Irans.
Außerdem befindet sich hier die zentrale Ausbildungsstätte ( Theologische Universität ) für die schiitische Geistlichkeit,
an der auch Imam Khomeyni studierte und lehrte. Der Gründungszeitpunkt von Qom läßt sich nicht exakt nennen,
da der Ort im Jahr 644, als die Araber Qom erorberten und islamisierten, bereits aus einer größeren Ansiedlung bestand
und sich später im 8. Jh. zum Zentrum des Schiitentums entwickelte.
Im Jahr 816 wurde Qom durch Fatimeh Masumeh ( Tochter des siebten Imam und Schwester des achten Imam Reza )
zum Pilgerort. Ihr Grab wurde hier zur heiligen Stätte.
Über der zentralen Grabkammer erhebt sich eine goldene Kuppel, die von Minaretten mit kunstvoll gefertigten Fliesen
umgeben ist. Es wird von hohen Ziegelmauern umgeben und stellt einen riesigen Komplex mit mehreren Gebäudeteilen dar.
Das Außentor zum heiligen Bezirk ist mit qadjarischen Fliesenmotiven und auf jeder Seite mit einem Paar schlanker
Zierminarette geschmückt. Von diesem Tor gelangt man in einen weiträumigen Hof von unregelmäßiger Form, auf den
sich insgesamt sieben Iwane öffnen. Dieser Hof mit allen seinen architektonischen Zierelementen und der Hauptzugang
zum Grab der Fatimeh entstanden in qadjarischer Zeit während der Jahre 1878 - 1885.
In jeder Beziehung ist diese Grabstätte der Fatimeh Masumeh als das zentrale Heiligtum zu erkennen.

Die nachfolgenden Fotos zeigen Eindrücke, die uns bewegten und beeindruckten:





Meinen Kurzbericht möchte ich visuell mit ein paar ausgewählten Eindrücken abschließen, die ich aus Besuchen, Begegnungen und Aufenthalten rekrutiere,
die ebenfalls eindrucksvoll waren und die vorangestellten Informationen noch ergänzen sollen.
Das umfaßt sowohl weitere Besuche von Moscheen, Basaren und vor allem Begegnungen mit den freundlichen und aufgeschlossenen iranischen Menschen.
Ich habe lernen können, dass ich ein teilweise einseitig geprägtes Bild über den Iran und seine Menschen hatte und daran Korrekturen vornehmen konnte.
Ich wünsche den iranischen Menschen eine glückliche Gegenwart und Zukunft und bedanke mich auch an dieser Stelle für die überaus herzliche Gastfreundschaft.

Khoda Hafez















Wir konnten das iranische Geld drehen und wenden wie wir wollten, es wurde nicht mehr. Einen Kredit von der Iranischen Nationalbank
bekamen wir nicht - damit war diese wunderbare Reise leider zu Ende.
Deshalb nochmals herzlichen Dank an die iranischen Gastgeber und die deutsche Reisegesellschaft Gebeco GmbH.

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