Südfrankreich - 2016 ( Languedoc & Aquitanien )

In der Zeit vom 30.04. bis zum 12.05.2016 ergänzten wir unsere bisherigen Reisen durch Frankreich ( Normandie, Bretagne, Loiretal, Provence ) mit einer Reise durch
Südfrankreich, insbesondere durch Aquitanien und Languedoc.Generelle Informationen über diese beiden Regionen erhalten Sie, wenn Sie die folgenden Links anklicken:

Languedoc - Roussillon

Aquitanien

Die folgenden Bilder zeigen die geografische Lage und den Verlauf unserer Reise:


Chronologisch erreichten wir im Reiseverlauf nachfolgend genannte Stationen:

Toulouse - Limoux ( Burg Quéribus ) - Perpignan - Céret - Collioure - Fontfroide - Carcassonne - Albi - Cordes-sur-Cirl - Figeac -
Conques - Rocamadour ( Périgord ) - Souillac - Les Eyzies - Sarlat ( Tal der Dordogne ) - Beynac - St-Emilion - Bordeaux - Moissac - Toulouse.

Der Start unserer Reise begann in der viertgrössten Stadt Frankreichs ( etwa 460.000 Einwohner ) am Fluss der Garonne - in Toulouse.

Wer einen allgemeinen Überblick über Toulouse wünscht, der klickt bitte den folgenden Link an:

Toulouse

Basilika St. Sernin

Cathedrale Saint Etienne

Jakobinerkonvent Toulouse

Thomas von Aquin

Die Geschichte von Toulouse vollzog sich in Sprüngen, von Höhen bis zu Abstürzen in die Bedeutungslosigkeit. Im 5. Jh. n. Chr. errang die ehemalige Römerstadt
als Hauptstadt des Westgotenreiches den Rang einer Metropole und war Namensgeberin des Tolosanischen Reiches, das dann dem Ansturm der Franken erlag.
Vom 11. bis 13. Jh. war Toulouse eine der kulturellen Hochburgen Europas, was einer zweiten Blütezeit der Stadt entsprach. Die Katharerkriege führten erneut zu
Rückschlägen, in deren Folge Toulouse und die dazugehörige Grafschaft an die Krone fiel. Toulouse erreichte dann nach dem Ende des Hundertjährigen Krieges
durch den Pastelhandel einen erneuten Aufschwung. Pastell ( mit zwei l geschrieben ) sind jene Kreiden, mit denen Henri de Toulouse-Lautrec leidenschaftlich
und erfolgreich arbeitete. Der Farbstoff Pastel ( mit einem l geschrieben ) wurde aus einer Pflanze gewonnen ( Waid ), die zur Familie der Cruziferen gehört und
im 15. / 16. Jh. um Toulouse plantagenmäßig angebaut wurde. Als aber nach Mitte des 16. Jh. das Indigo als Alternative zum teureren Pastel aus Asien kam, war
das Monopol von Toulouse gebrochen, wodurch diese dritte Blütezeit von Toulouse ein schnelles Ende fand. Die Religionskriege und die Konkurrenz durch den
billigeren Indigohandel beschleunigten im 17. Jh. diesen erneuten Absturz. Danach blieb Toulouse bis zum 20. Jh. nahezu bedeutungslos. Dann aber, schon vor dem
Ersten Weltkrieg, wurde in Toulouse der Flugzeugbau "entdeckt". Zum vierten Mal erlebt diese Stadt nun zum Anfang des 3. Jahrtausends in ihrer Geschichte einen
erstaunlichen Aufstieg. Das war dann auch mit einer rasanten Erhöhung der Einwohnerzahl verbunden, die von 1998 innerhalb von zwei Jahren Toulouse nach Paris,
Lyon und Marseille zur viertgrößten Stadt Frankreichs werden ließ. Für diese atemberaubende Entwicklung ist vor allem die Airbus-Industrie verantwortlich, die
neben der US-amerikanischen Boeing-Company zur absoluten Weltspitze im Flugzeugbau gehört. Natürlich ist parallel dazu die kulturelle und wissenschaftliche
Entwicklung expandiert. Das geringe Durchschnittsalter der Einwohner ist vor allem den vielen Studenten an den Universitäten geschuldet. Museen, die Theater-,
Konzert-, Opernszene, die Messen und die unendlich vielen weiteren kulturellen Veranstaltungen sorgen für den Ruf, dass Toulouse die "...quirligste Stadt
Frankreichs nächst Paris " geworden sei. Das verstellt auch nicht den Blick dafür, dass einer der größten Söhne dieser Stadt, der Philosoph ( vor allem auch
Technik-Philosoph ) Thomas von Aquin hier im ehemaligen Kloster Les Jacobins seine letzte Ruhestätte gefunden hat.

Die folgenden Bilder zeigen ausgewählte Impressionen von Toulouse:



















Nach unserer Abreise aus Toulouse führte uns unsere Reise weiter in den Süden Frankreichs über Limoux, wo wir u.a. einen einheimischen Winzer besuchten und viel
über den perlenden Schaumwein der Corbières erfuhren, in die Hauptstadt des südfranzösischen Départements Pyrénées-Orientales in der Region Langguedoc-Roussillon,
der etwa 130.000 Einwohner zählenden Stadt Perpignan. Dabei besuchten wir auch die Burg Quéribus bei sehr starkem Wind. Mit dem Erreichen der Vorberge der Pyrenäen
kamen wir in das Land der Katharer, die als Glaubensgemeinschaft einen eigenen Lebensstil leben und dafür auch in den Tod gingen. Noch heute, nach rund 800 Jahren, beschäftigt der Kreuzzug des Nordens gegen den Süden mit dem damit verbundenen grossen Morden die Gemüter der Nation. Von Perpignan aus unternahmen wir
Ausflüge nach Céret und dem malerischen Fischerdorf Collioure. Picasso urlaubte in Céret häufig, daher zeigt das Museum einige seiner Werke im Sinne des Übergangs
vom Fauvismus zum Kubismus. Wer mehr Übersichtsinformationen dazu wünscht, der klickt bitte die folgenden Links an:

Limoux

Okzitanische Sprache

Burg Quéribus

Perpignan

Katharer

Céret

Collioure

Königreich Mallorca

Die folgenden Bilder zeigen ausgewählte Eindrücke von diesem Reiseabschnitt:





























Von Perpignan unternahmen wir am zweiten Tag einen Ausflug in das Zisterzienserkloster Fontfroide. Hier begegneten wir dem Mass aller Kreuzgänge und Kapitelsäle in
entsprechender Perfektion. Das treffen wir auch danach in der Festungsstadt Carcassonne, wo wir über die Stadtmauer ( UNESCO - Kulturerbe ) spazierten und den
" Geist des Mittelalters " einatmen konnten. Mehr Informationen über Fontfroide und Carcarssonne erhaten Sie, wenn Sie die folgenden Links anklicken:

Abbaye de Fontfroide

Carcassonne











Wir fuhren mit unserem Bus in Richtung Figeac über die Rote Stadt Albi und dem Cordes-sur-Ciel, wo wir auch die romantisch gelegene Bastide aus dem Hundertjährigen Krieg
besuchten. Zuerst besuchten wir auf diesem Weg das hübsche Albi mit der einzigartigen Wehrkirche ( UNESCO-Kulturerbe ). Die aus Ziegeln errichtete Kathedrale überragt
weit sichtbar die Stadt am Ufer des Tarn. In Südfrankreich zählt sie zu den erstaunlichsten Bauten der Gotik. Als eine zweite grosse Sehenswürdigkeit von Albi gilt das dem
Maler Henri de Toulouse-Lautrec gewidmete Museum im Palais de la Berbie. Es ist in der ehemaligen Residenz der Bischöfe von Toulouse untergebracht. Das Palais ist durch
eine Wehrmauer gesichert und trägt seinerseits burghafte Züge. Die Region um und in Albi gilt als eine der Keimzellen der französischen Linken. Die Route der Santiago - Pilger
wies während der Fahrt mit unserem Bus auch uns den Weg. Auf recht verschlungenen Wegen am Lot entlang erreichten wir Conques, dessen Kirche vor allem wegen ihrer reinsten Romantik und zeitgenössischen Glasfenstern von Pierre Soulages beeindrucken konnte. Wer mehr Informationen wünscht, der klickt bitte die folgenden Links an:

Albi

Kathedrale von Albi

Henri de Toulouse-Lautrec

Cordes - sur - Ciel

Conques

Figeac

Die folgenden Bilder zeigen ausgewählte Impressionen von dieser sehr schönen Gegend in Südfrankreich:




















Nach zwei Tagen Aufenthalt und Ausflügen von Figeac verließen wir diese Stadt und fuhren mit unserem Bus in Richtung Les Eyzies. Auf den Weg dahin besuchten wir
vorher den bekannten Pilgerort Rocamadour, der im Mittelalter vor allem der Buße wegen, noch heute wegen des mittelalterlichen Ambientes besucht wird. Besonders die
unvergleichliche Lage der steil am Felsen emporwachsenden Stadt rechtfertigt schon allein einen Besuch. Rocamadour war im Mittelalter ein stark besuchter Wallfahrtsort.
Ein wundertätiges Standbild der Muttergottes, das sich noch heute in der Chapelle Miracouleuse befindet, war das Ziel der Wallfahrt. Heute besuchen vor allem gläubige
Pilger und bildungsbeflissene Touristen diese Stadt. Nach Rocamandour besuchten wir dann auch den Ort Souillac, dessen Existenz erst seit dem 10. Jh. historisch
verbürgt ist. Allerdings gibt es die Vermutung, dass das Kloster von Souillac bereits vom hl. Eligius im 7. Jh. gegründet worden sein soll. Im Hundertjährigen Krieg führten
vor allem die wiederholten englischen Übergriffe zu einem Niedergang von Souillac. Die Hugenotten erledigten durch ihr Wüten den Rest. Nach dem Verlassen von
Souillac fuhren wir dann zu unserem Hotel nach Les Eyzies, von wo wir am nächten Tag weitere Besuche nach Sarlat und Beynac durchführten. Wer mehr Informationen
dazu wünscht, der klickt bitte die folgenden Links an:

Rocamadour - Périgord

Souillac

Les Eyzies

Sarlat - 1

Sarlat - 2

Gärten von Marqueyssac

Beynac

Burg Beynac

Die nachfolgenden Bilder zeigen ausgewählte Eindrücke von den genannten Regionen und Orten:



























Unser nächster Reiseabschnitt führte uns von Les Eyzies über Saint Émilion nach Bordeaux. Während der Fahrt insbesondere um St-Emilion sahen wir als Freunde des
Bordeaux Weinberge, so weit das Auge schauen konnte. Wegen ihrer Schönheit und wegen ihres Alters gehören sie auch zum UNESCO-Kulturerbe. Im gesamten
Bordelais gilt Saint Emilion als der mit Abstand attraktivste Ort. In Form eines römischen Amphitheaters sind die Häuser in eine Mulde eingeschmiegt. Wir besuchten
hier die Kirche im Fels und probierten danach einen ausgezeichneten Rotwein. Danach fuhren wir dann nach Bordeaux, wo wir zwei Übernachtungen wahrnahmen.
Bordeaux, Hauptstadt der Region Aquitaniens, hat in den zurückliegenden Jahren eine derart tiefgreifende Wandlung erfahren, wie wohl keine andere Stadt in Frankreich.
Vor allem hat sie dabei ihr Verhältnis zur Garonne neu festgelegt. Damit wird Bordeaux auch wieder für Touristen attraktiv, was vorher sehr wenig der Fall war. Mehr
Informationen können Sie erhalten, wenn Sie die folgenden Links anklicken:

Saint Émilion

Bordeaux

Garonne

Die nachfolgenden Bilder sollen ausgewählte Eindrücke von den benannten Regionen und Orten zeigen:





















Nach unserem erlebnisreichen Aufenthalt in Bordeaux fuhren wir mit unserem Bus durch das Tal der Garonne zur letzten Station unserer Rundreise - nach Moissac.
Moissac befindet sich an der Südspitze des Quercy am Ufer des Tarn, der schon unweit nach 4 Km von hier in die Garonne mündet. Bekannt ist hier vor allem die
ehemalige Benediktinerabtei St-Pierre, die in der europäischen Kunstgeschichte einen einzigartigen Rang einnimmt. Hier kann man nicht nur den ältesten, sondern
auch den einzigen Kreuzgang der Romantik mit dem gesamten erhaltenen Skulpturendekor sehen und bewundern. Sowohl der Kreuzgang als auch das romanische
Portal als Ensemble sind vollkommen erhalten geblieben. Historisch erwiesen ist, dass das Kloster im 7. Jh. gegründet wurde. Es hatte in den zurückliegenden Jh. eine
sehr bewegte Geschichte. Im 19. Jh. drohte den Klosterbaulichkeiten dadurch eine Katastrophe, dass der Kreuzgang für den Bau der Bahnlinie Bordeaux - Sète
beseitigt werden sollte. Entsprechender Widerstand verhinderte diesen Frevel. Zum Abschluss der Reise fuhren wir am späten Nachmittag über Land und kehrten in
einer "ferme auberge" ein. Alles was der Bauernhof ermöglichen konnte, wurde vom Wirt aufgetischt. Dazu gehörte auch die "Foie gras", was natürlich zu Diskussionen
zwischen Tierschützern und Gourmets führte. Wer mehr Informationen dazu wünscht, der klickt bitte die folgenden Links an:

Moissac

Abtei Saint Pierre

Die nachfolgenden Bilder zeigen ausgewählte Impressionen von diesen genannten Orten und Geschehnissen:








Eine wunderbare, informative und erlebnisreiche Reise durch Südfrankreich ging zu Ende. Insbesondere unseren herzlichen Dank an die Studiosus-Reiseleiterin Dana, den
Busfahrern und allen Mitreisenden für ihr vorbildliches Verhalten während der gesamten Reise.