Yllas - Finnland 2012

In der Zeit vom 10. 02. bis zum 17. 02. 2012 fuhren wir in das etwa 200 Kilometer oberhalb des nördlichen Polarkreises gelegene Wintersportgebiet Ylläs ( bei Kittilä )
im finnischen Lappland in den Winterurlaub. Wir flogen mit der Airlines Finnair von Hamburg nach Helsinki, stiegen dort um und flogen dann bis zum Flughafen Kittilä. Vom Flughafen Kittilä sind wir dann mit dem "Skibus" direkt in unser Hotel "Saaga", das am Fuß des Yllästunturi ( ein 718 Meter hoher Tunturi / Fjell ) liegt, gefahren worden. Die nachfolgenden Karten geben über die Flugroute und die Lokalitäten am Urlaubsort eine entsprechende Übersicht. Wer generell mehr über
Finnland bzw. das finnische Lappland erfahren möchte, der klickt bitte die folgenden Links an.



Finnland

Flagge von Finnland

Lappland - Finnland

Kittilä

Saaga Hotel Ylläs buchen

Saaga Hotel / Holiday Club

Allgemein gelten die Finnen als sehr schweigsame, zurückhaltende, freundliche und hilfsbereite Menschen. Durch Schweigsamkeit zeichnen
sich dabei die finnischen Männer noch mehr als die Frauen aus. Noch vor wenigen Jahren war es in Finnland fast typisch, dass man es als einen
ungewöhnlichen Kommunikationserfolg ansehen konnte, wenn es gelang, einem finnischen Mann mehr als zwei Sätze in Folge zu entlocken.
Bei den Menschen in den Städten hat sich das aber in den letzten Jahren bemerkbar verändert. Sie sind "europäischer" geworden - wie sie sagen.
Europa ist in Finnland zunehmend angekommen. Die Finnen bemühen sich ausserordentlich um die europäische Integration. Ein Ausdruck der höheren Kommunikationsbereitschaft ist auch in der Tatsache zu sehen, dass Finnland das Land mit der größten Handydichte auf der Welt ist. Bei der relativ
geringen Bevölkerungsdichte kann das als eine besondere Errungenschaft angesehen werden. Einen ähnlichen Fortschritt gibt es in der Nutzung des
Internet. Nahezu jeder Haushalt ist an das World Wide Web angeschlossen. Das ist eine Spitzenposition in Europa. Im Umgang mit Finnen gewinnt man
auch relativ schnell den Eindruck, dass es hier fast zum Nationalcharakter im positiven Sinne gehört, zäh, zielstrebig bis stur zu sein.
Dafür gibt es ein finnisches Wort, das nicht ins Deutsche übersetzt werden kann: Sisu. Finnen lassen sich danach kaum von einer einmal gefassten
Zielstellung abbringen. Das kann durchaus eine wesentliche Voraussetzung dafür gewesen sein, dass die Finnen nach der großen Wirtschaftskrise
zu Beginn der 1990er Jahre zum schnellen Aufstieg zur Hightechgrossmacht befähigte. Ganz im Unterschied zur seit vielen Jahren regelrecht
demoralisierten Bevölkerung von Kuba. Natürlich sind dafür auch noch andere Faktoren relevant. Sisu benötigt viel Zeit - die hat man aber in Finnland
eher als in Deutschland. Vor allem im Sommer nehmen sich die Finnen viel Zeit. Das ganze Land "verordnet" sich dann für einige Wochen eine Auszeit.
Sonne und helle Sommernächte versetzen die Finnen in einen Glücksrausch, der nur noch durch den allabendlichen Saunagang gesteigert werden kann.
Nördlich des Polarkreises geht im Sommer die Sonne gar nicht mehr unter. Aber auch noch im Süden sind die Nächte hell und das Abendrot geht dabei
direkt ins Morgenrot über. In dieser Zeit tanken die Menschen für die langen Herbst- und Winternächte Kraft und Energie. Die höchsten Suizidraten der
Welt weisen darauf hin, wie schwer diese Zeit dann sein kann. Eine ganz andere Besonderheit in den Wintermonaten kann das farbenfrohe Schauspiel sein,
das mit dem Nordlicht in Verbindung steht. Elektrisch geladene Teilchen des Sonnenwindes verursachen mit grünen, blauen oder roten Flammen über
den Himmel ein fantastisches Phänomen, das von den Finnen auch poetisch "Fuchsschweif" genannt wird.
Eine andere Vorliebe teilen die Finnen mit den meisten ausländischen Touristen - Sport als die wichtigste Nebensache der Welt. Die Finnen bevorzugen
dabei vor allem das Eisfischen und den Speerwurf, die ausländischen Touristen nutzen alle Möglichkeiten, die von den Unmengen an herrlich
weißem Pulverschnee geboten werden. Darauf sind dann natürlich auch die touristischen Wintersportzentren des Landes eingestellt und optimal
vorbereitet. Der Wintertourismus ist somit ein bedeutender Wirtschaftszweig des Landes.
In diesem Sinne wurden wir an der Rezeption des Hotels "Saaga", das am letzten Tag unseres Aufenthaltes wegen einer Übernahme durch einen
anderen Konzern in "Holiday Club" umbenannt wurde, sehr freundlich empfangen und eingewiesen. Unser Hotelkomplex liegt unmittelbar am Fuß
des 718 Meter hohen Tunturi ( Yllästunturi ) und gegenüber des Sees Ylläsjärvi. Am Fuße des Berges befinden sich ausserdem an der Nordseite
das Dorf Äkäslompolo und an der Südseite das Dorf Ylläajärvi. Es gibt hier zwei Skisportzentren. Auf insgesamt 53 Pistenkilometer sind 61 Pisten
mit 29 Liften verteilt. Es ist damit eines der größten Skireviere Finnlands. Vom Oktober bis Mai gibt es für ihren Betrieb Schneesicherheit.

Die nachfolgenden Bilder sollen einen ersten Überblick über das engere Umfeld unseres Skireviers geben:
















Gespannt waren wir dann auf die Safari mit den Schneemobilen durch die tief verschneiten Wälder von Lappland. Wegen der großen Kälte und des zu
erwartenden Fahrtwindes wurden wir mit einer besonderen Wärmeschutzkleidung ausgerüstet, erhielten die erforderlichen Sicherheitsinformationen
und Fahranweisungen und fuhren dann in einer Gruppe mit vier Maschinen los. Die qualifizierten Guiden zeigten uns ( auch bei den weiteren Fahrten ),
wie die Straßen bei Beachtung der internationalen Verkehrszeichen ( jeder Fahrer mußte also vorher seinen Führerschein zeigen ) zu überqueren sind.
Die erste Fahrt dauerte bei einer Länge von etwa 15 Km mit einer kleinen Pause für ein warmes Getränk und einem Donut ungefähr zwei Stunden.
Die folgenden Bilder zeigen dazu einige Impressionen:




Sehr interessant war dann auch eine Fahrt mit dem Snowmobil zu einer Huskyfarm mit sibirischen Huskies. Diese Tiere sind sehr menschorientiert und
daher sehr zutraulich. Wir lernten sie als Arbeitshuskies kennen, denn wir konnten in traditioneller Weise mit dem Huskyschlitten etwa 10 Km bei
eisiger Kälte ( - 21 ° C) und Schneesturm durch die tief verschneiten Wälder fahren. Wir fuhren zu einem Schneedorf mit einem Schneehotel ( Eishotel )
mit Schlaf- und Barräumen aus Eis und eindrucksvollen Eisskulpturen in einer wunderschönen Farbenpracht. Hier kann man auch bei etwa - 9 ° C
Raumtemperatur übernachten. In einem sehr schönen Restaurant kann man sich mit einer heißen Suppe oder warmen Getränken aufwärmen. Nach einer
entsprechenden Einweisung über das Fahren mit Hundeschlitten und das Verhalten von Huskies starteten wir unter Führung eines Einheimischen diese abenteuerliche Tour. Wir sahen dabei eine wunderschöne verschneite Landschaft, genossen den weißen Weitblick und halfen den Huskies mitunter
beim Erklimmen von kleineren Anhöhen. Noch mehr Fahrgefühl benötigt man allerdings bei kurvigen Abfahrten für die erforderlichen Bremsvorgänge.
Die Huskies merken genau, über welche "Qualifikation" ihr Schlittenführer ( Bremser ) verfügt. Sie bellen nicht, schauen aber vorwurfsvoll zurück.
Die nachfolgenden Bilder sollen dazu einen ausgewählten Eindruck vermitteln:









Dank unserer fleißigen Huskies hatten wir das Schneedorf mit dem Eishotel erreicht. Es wird jährlich neu im Herbst von Eiskünstlern, Ingenieuren und
Bauarbeitern mit Schneekanonen, Schneetransportern und Eissägen geschaffen und stellt insbesondere für Touristen eine besondere Attraktion
und Anziehungskraft dar. Vergleichbare Eishotels gibt es außer in Finnland auch noch in Schweden, Norwegen, Nordamerika, Kanada und Österreich.
Sie können mehr darüber erfahren, wenn Sie die folgenden Links anklicken:

Eishotel

Schneeburg von Kemi

Die nachfolgenden Bilder zeigen dazu ausgewählte Eindrücke:








Ein unvergeßliches Erlebnis war auch eine traditionelle Rentierfahrt durch die verschneiten Wälder. Rentiere ( Rangifer tarandus ) sind die einzige Hirschart,
bei der beide Geschlechter ein Geweih tragen. Sie fallen im Herbst oder Winter ab, im Sommer wachsen neue nach. Rentiere bewohnen die Tundragebiete
rund um den Nordpol. Es sind äußerst genügsame Tiere. Ausgewachsen sind sie rund 120 cm hoch und 200 cm lang und wiegen bis zu 320 kg.
In Finnland sind Rentiere reine Nutztiere, u.a. werden sie zum Ziehen von Schlitten genutzt. Es gibt relativ viele Rentierfarmen. Vor allem die Saamis
verehren sie sehr. Damit ein Saami allein von der Rentierzucht leben kann, muß er im Jahr etwa 500 Stück verkaufen.
Mehr können Sie über Rentiere erfahren, wenn Sie den folgenden Link anklicken:

Rentiere







In unmittelbarer Nähe unseres Ylläs - Skigebietes liegt das kleine Dorf Äkäslompolo in einer idyllischen winterlichen Zauberlandschaft.
Mehr können Sie darüber erfahren, wenn Sie den folgenden Link anklicken:

Winterzauber in Lappland

Die nachfolgenden Bilder zeigen auch dazu ausgewählte Impressionen:











Eine relativ kurze, intensive und interessante Reise ging zu Ende. Es hat sich sehr gelohnt.

Herzlichen Dank.